Die Geschichte und die Entstehung Gail'schen Parks    
   
   
 
1857 hat der Gießener Unternehmer Georg Philipp Gail in Rodheim eine Zigarrenfabrik gegründet. Auf dem dahinter liegenden Geländestreifen wird er einen Lust- und Nutzgarten angelegt haben. 1880 wird dieses „Wochenendgrundstück“ durch ein „Schweizerhaus“ verschönt.

Der Firmenchef in dritter Generation, Wilhelm Gail, heiratet 1883 die Deutschamerikanerin Wilhelmine („Mimi“) Mahla. Ihre Ehe wird sehr glücklich. Beide halten sich gern in Rodheim auf. Es entsteht der Wunsch nach einer gesicherten Sommerfreude und -freiheit auf dem Lande. Ein Grund ist das als gesund empfundene Klima. Das Hauptmotiv wird aber in den gesellschaftlichen Zwängen zu suchen sein, die ihnen in der kleinen Provinzhauptstadt zugemutet werden. Ab 1896 verwandelt sich eine gleichförmige Hangfläche in einen schönen 'Englischen' Park.

Wilhelm Gail engagiert für Park und Villa prominente Fachleute aus Frankfurt: den Gartenkünstler Heinrich Siesmayer für die erste Beratung, den Gartendirektor Andreas Weber für die Parkgestaltung und den Architekten Franz von Hoven für die Villa. Die Ausgaben für die Villa und Park summieren sich auf den Gegenwert von 906 Jahresverdiensten eines Facharbeiters.
Im Sommer 1896 wird der Grundstein für die Villa gelegt. Am 6.11.1898 stirbt Mimi Gail im Alter von nur 37 Jahren.

Villa und Park werden dann ein Jahrhundert lang als ummauerter Familienbesitz geschlossen gehalten, aber gut gepflegt und erhalten. Seit dem Jahresende 2002 sind sie Eigentum der Gemeinde Biebertal und Besitz der Schunk-Gruppe.
 
» Zeittafel